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Landwirtschaftliche Projekte und Förderung des Lebens im Dorf

Menschen vor einem Haus aus Holz und Lehm.
Die Gemeinde in Kobura vor ihrem damals noch nicht fertiggestellten Gemeindehaus.

Ein großes Problem Afrikas ist die sogenannte Landflucht, die in den meisten Fällen lediglich die Slums der Großstädte anwachsen lässt. Viele „Landflüchter“ würden aber gerne in ihrem Heimatdorf bleiben, zumal speziell unter den Luos, unter denen wir arbeiten, eine große Verbundenheit mit dem heimischen Boden herrscht: Die eigene Hütte im Dorf ist auch ein Ausdruck der eigenen Identität, ohne der man sich entwurzelt vorkommt. 80 % der Einwohner Afrikas leben in diesen entlegenen Dörfern und in den meisten Fällen ist ein Überleben im Dorf wegen der schlechten Verhältnisse kaum vorstellbar.

CM geht dieses Problem in verschiedener Weise an: Sehr oft wird mit der Bildung einer christlichen Gemeinde begonnen, die den Menschen ein Stück geistliche Heimat bietet und die zu gleich Träger oder Teilnehmer bei weiteren Maßnahmen wird. Sehr oft entsteht parallel dazu oder manchmal auch ohne dass eine Gemeinde entsteht, eine Womengroup also eine Frauengruppe, in der aber normalerweise auch Männer sind. Diese Frauengruppen entstehen aus den aktivsten Mitgliedern der Dorfgemeinschaft und sind entweder als Arbeitsgruppe der Dorfgemeinde oder frei organisiert. Sehr oft wird parallel dazu auch eine technische Gruppe gegründet, die sich z. B. für das Bohren eines Brunnens engagiert oder für die Verbesserung von Bewässerungsverhältnissen im ländlichen Raum. In dieser technischen Gruppe sind meist die Männer in der Überzahl. Mit den jeweiligen Gruppen werden Ziele und Zwischenziele besprochen und auch verwirklicht. Die Gruppenmitglieder lernen den Umgang mit einem Bankkonto und erarbeiten Vorschläge für die Verbesserung der Lebensbedingungen. In Seminaren, an denen jeder aus der Dorfgemeinschaft teilnehmen kann, werden Kenntnisse über Anbau- und Düngungsmethoden sowie über die Auswahl von Ziegen und Rindern für die Verbreiterung der Nährmittelbasis vermittelt. Ort für diese Seminare und teilweise auch für das Treffen der Gruppen ist die „Kirche“ (immer als Mehrzweckgebäude konzipiert) des Dorfes, falls eine solche bereits vorhanden ist. Diese Arbeiten im Dorf werden ergänzt durch die Patenkinderarbeit und durch die Medizinischen Dienste, die insbesondere auch für die Dorfkinder angeboten werden (Impfungen, Vorsorge usw.). Des weiteren gibt es einen Aidsdienst, der ebenfalls die Verhältnisse im Dorf verbessern hilft.

Ziel all dieser Bemühungen ist es, die Dorfgemeinschaft ohne fremde Hilfe lebensfähig und produktiv zu gestalten. Zur Zeit ist CM dabei, in einem besonderen Programm sowohl den Frauengruppen als auch den einzelnen Familien Mikrokredite anzubieten. Wir hoffen, dass hierdurch einerseits unsere begrenzten finanziellen Mittel besser eingesetzt werden können, da die Kredite innerhalb von drei Jahren zurückgezahlt werden müssen, und andererseits geben die Mikrokredite mehr Möglichkeiten, Gruppen und Einzelpersonen, die unternehmerische Begabung haben, gezielt zu fördern.

Mehr Informationen bei Hans-Dieter Schwarz: projekte (@) cm-missio.de

CM Missio Raisdorf e.V.  | info(@)cm-missio.de