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Church Planting

"Kirchenbau? – Gibt´s da nichts Wichtigeres zu tun?"

- schon berechtigt diese Frage aus deutsch/europäischer Sicht. Kirche - ein aufwändiger Bau, der manchmal nur einmal in der Woche für 2 bis drei Stunden genutzt wird. In den Dörfern der Nyanza Provinz

Gemeinde Kobura

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sind Kirchenbauten nicht „heilige Stätten“, die die ganze Woche über verschlossen sind, sondern Begegnungsräume, in denen Jugendarbeit stattfindet, die Probleme der Landwirtschaft diskutiert und Impfaktionen für Kinder durchgeführt werden, sowie die Aidshilfe von CM und die CM-Dorfapotheken ihren Platz haben. Lebendige Kirchen also, die es ermöglichen, auch in der Regenzeit das Gemeinschaftsleben zu gestalten. 

Angoro - der etwas andere Gottesdienst

Gottesdienste in großen Kirchen, - haben wir schon oft erlebt. Gottesdienste unter freiem Himmel, - waren auch schon da. Aber ein Gottesdienst unter einem Laubdach, das ist doch mal etwas Besonderes. Und das erlebte ich am dritten Februar 2002 in Angoro.

Angoro liegt etwa 25 Kilometer von Kisumu entfernt. Wir haben uns früh aufgemacht, um auf jeden Fall rechtzeitig anzukommen. Trotzdem wird es zum Schluss eng, da wir die letzte Strecke zu Fuß gehen müssen. Der Weg ist so ausgewaschen, dass das Auto immer wieder aufsetzt. Ohne unser Gewicht geht es dann, und wir müssen das Auto nicht im Busch stehen lassen, was nicht unbedingt sicher für das Auto wäre.

Als wir Angoro erreichen, sind auch schon fast alle da und der Gottesdienst kann losgehen. Zum ersten Lied, einem fetzigen Lobpreislied mit Trommel und Percussions, stehen wir auf, um kräftig mitzuklatschen. Die Gemeinde hat sich auf einer Lichtung versammelt. 8 größere Äste sind in den Boden gerammt, so dass ein Areal von etwa 10m Länge entsteht. Über die Äste sind Weidengeflecht und Blätter gelegt, damit man etwas Schatten hat und auch vor Regen, der in dieser Zeit jederzeit niedergehen kann, geschützt ist. Die Höhe dieser ”Laubhütte” beträgt etwa 1,80 – 2 m.

Was kitzelt mich da ständig im Nacken? Ein Blick über die Schulter bringt die Antwort: Mehrere Zweige hängen aus dem nicht besonders hohem Laubdach herunter und machen das aufrechte Stehen schwierig. Doch nach kurzer Zeit habe ich meinen Kopf zwischen den Zweigen so positioniert, dass nichts mehr zwickt und ich genieße das gemeinsame Singen sowie den gesamten Gottesdienst.

Nach dem Gottesdienst entdecke ich unweit der “Laubkirche” einen kleinen Berg von zusammengetragenen Steinen. Das ist , wie ich erfahre, der erste Schritt zu einem festem Kirchengebäude. Denn so ein Laubdach hat neben den mich pieksenden Zweige noch andere, erhebliche Nachteile. Bei kräftigem Regen kommt das Wasser natürlich durch und der Gottesdienst kann nicht stattfinden. Ebenso reicht ein kräftiger Wind, um das ganze Dach zu entführen. Daher sucht die Gemeinde nun nach anderen Lösungen. Das Grundstück für die Kirche ist bereits gekauft, und auch die ersten Steine , um die Lehmwände zu füllen und zu verstärken, sind  gesammelt. Nun hofft und betet man, dass genügend Geld gesammelt werden kann, um auch das Holz und das Metallblech für das Dach zu kaufen.

Dieses Gebet möchte ich gerne mit nach Deutschland nehmen und hoffe, das auch hier einige Steine (Schotter, Kies) zusammenkommen, damit die Kirche gebaut werden kann.

Kai Feldhusen (Mitglied des CM-Projektteams)

Anmerkung: Die Kirche in Angoro ist inzwischen gebaut.  Über weitere Projekte informiert

H.D. Schwarz
Am Rosensee 15
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