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Dorfapotheken

Die Sache begann vor einigen Jahren mit einem verbeulten Koffer, den eines unserer Komiteemitglieder mit nützlichen Medikamenten gefüllt hatte,

Koffer

weil er die offensichtliche Not in den Dörfern, die weit abgeschnitten von jeder medizinischen Hilfe existieren, nicht mehr ansehen mochte.Besonders Kindern hat dieser Koffer, der nun von Dorf zu Dorf getragen und durch Spenden verschiedener Freunde immer wieder aufgefüllt wurde, oft des Leben gerettet. Aus dieser ersten Initiative entstanden dann kleine Dorfapotheken, die über mehrere Jahre von einem Spender unterstützt wurden. Die Dorfapotheken wurden von Frauengruppen in den Dörfern betreut. Man baute sich eine kleine Lehmhütte, die verschließbar war und  in der man die Medikamente lagern konnte. Der Vorteil für das Dorf lag auf der Hand: Nun konnte man sich wegen Hilfe direkt an die Dorfapotheke wenden und musste nicht mehr warten, bis einer unserer Mitarbeiter einmal im Dorf mit seinem Koffer auftauchte.

Nach einiger Zeit wurde auch die Regierung auf unsere Initiative aufmerksam und schuf den Status einer „anerkannten Apotheke“. Diese wird von der Regierung einerseits kontrolliert, anderseits gibt es Hilfen in Form von Schulung usw.. Einige unserer Dorfapotheken haben inzwischen diesen Status erreicht. Besonders ist hier die POA-Apotheke zu nennen, in der sich drei Dorfgemeinschaften für medizinische Dienste zusammengeschlossen haben (Pala, Awasi und Ojienda). Weitere Apotheken gibt es in Kobura, Kango und Angoro. Die Apotheken arbeiten eng auch mit den Aidsdiensten von CM und im Rahmen der CM Kinderimpfaktionen zusammen. Inzwischen wurden auch von der Regierung 12 Dorfhelfer ausgebildet, denen feierlich ihre Zeugnisse im Herbst 2005 überreicht wurden. Diese Dorfhelfer stehen in den Dörfern für Auskünfte und Hilfeleistungen im Gesundheitsbereich zur Verfügung und betreuen normalerweise auch die Apotheken.

Inzwischen besteht eine normale Dorfapotheke aus einer einigermaßen geräumigen kleinen Lehmhütte, meist in Verbindung mit einem anderen auffälligen Projekt wie z. B. einer kleinen Kirche. In der Dorfapotheke werden nicht nur Medikamente verkauft bzw. an sehr Bedürftige kostenlos abgegeben, sondern man kann dort auch Moskitonetze und andere Dinge des täglichen Lebens erstehen. Dies hat dazu geführt, dass die Dorfapotheken sich weitgehend selbst tragen. Nur hin und wieder wird ein Zuschuss zum Aufstocken des Medikamentenbestandes gern entgegengenommen.

Hans-Dieter Schwarz
projekte(@)cm-missio.de

CM Missio Raisdorf e.V.  | info(@)cm-missio.de